Hundeknigge - für ein Miteinander

Wir erleben es fast tagtäglich: Situationen zwischen angeleinten und nicht angeleinten Hunden, Hundeleuten und nicht-Hundeleuten, Joggern, Fahrradfahrern und Reitern und sonstigen Wald und Wiesen-Besuchern die zum Teil brenzlig für den Ein- oder anderen werden können. Solche Situationen hat jeder schon einmal gehabt - wie ich letztens im Wald:

Ich war mit meinen Hündinnen Bonnie und Berta und einer Bekannten mit deren Hunden unterwegs und eine Reiterin mit einem Fjord-Pferd kam von hinten um uns zu überholen. Ich also meine beiden Hunde an den Wegesrand hingesetzt - ihnen ein "Bleib" gegeben und ich vor sie hingestellt um in Sichtkontakt zu bleiben. Dies reicht in der Regel auch, um beide Hunde zu sichern (haben keinen Jagd- nur Hütetrieb) und um die Reiterin sicher vorbei zu lassen.

Allerdings hat das ganze Szenario wohl der Reiterin missfallen, diese wollte unbedingt in meiner Spur weiterreiten anstatt mir auszuweichen (denn der Weg war ja auch nicht breit genug mit 4 bis 5 Metern). Ich guckte also plötzlich in die Nüstern - in Augenhöhe... Nun gut - dachte ich - bin auch kein Unmensch wenn sie darauf besteht und ging also 2 Schritte auf meine Hunde zu um sie passieren zu lassen. Ich weiss nicht, was die Reiterin geritten hatte - jedenfalls galloppierte sie direkt in meinem Rücken ihr Pferd an - so schnell kann kein Mensch seine Hunde festhalten - geschweige denn die Leine fest umklammern... Mein Aussi-Mix-Mädchen sofort hinterher - wollte wohl das nun durchgehende Fjordi mit hysterisch schreiender Reiterin einfangen. Zum Glück kam Berta nach einer gefühlten Ewigkeit zurück - aber die Standpauke der Reiterin war mir bei der nächsten Begegnung sicher.

Leider war die Dame beratungsresistent, sah ihren Fehler nicht ein (dass man vielleicht andere Waldbesucher nicht halb über den Haufen reitet und auch vielleicht etwas abwartet bis an abzischt wie ne Granate...) - und meine Standpauke zum Thema Knigge unter Waldbesuchern stieß auf taube Ohren.

Innerlich wurde ich natürlich immer hibbeliger wenn ich Leute mit Pferden sah - leider hat sich Berta aufgrund dieses Vorfalls und meiner daraus resultierenden Unsicherheit - nun angewöhnt, Pferde fangen zu spielen. Daher muss sie immer an die kurze Leine, wenn wir Pferden begegnen.

Daher habe ich euch eine Zusammenfassung erarbeitet, wie man sich als Hundemensch in Wald, Flur und Feld seinen Gegenüber verhalten sollte:

Hundebesitzer untereinander:

  • Hunde müssen sich nicht unbedingt kennen lernen
  • Ich leine meine Hunde an, wenn mir angeleinte Hunde entgegenkommen, oder nehme sie so bei Seite, so dass sie nicht den entgegenkommenden Hund stören
  • Mein Hund bleibt in meinem Einflussbereich und ich muss ihn kontrollieren können
  • Hoflichkeit wenn doch mal ein Unfall passiert
    • Eine Entschuldigung bei Fehlverhalten
    • Austausch der Adress- und Versicherungsdaten wenn doch eine Verletzung vorlegt
  • Läufige Hündinnen sowie nicht gehorchende Hunde gehören an die Leine
  • Ich gehe mit meiner läufigen Hündin nicht über Hundewiesen oder stark von Hundehaltern frequentiere Gebiete - dies ist nicht nur für andere Hundebesitzer anstengend - sondern auch für die Hündin extrem stressig, wenn ständig Hunde an ihrem Hintern kleben. Auch können dadurch Streitigkeiten zwischen Rüden entstehen, was absolut unnötig ist.
  • Ich unterbinde sofort, wenn mein Hund aufreitet bzw. rammelt.
  • Das Spielzeug bleibt bei Gegenwart fremder Hunde in der Tasche
  • Hunde klären das nicht „Unter sich“!
  • Schweigen ist silber - reden ist gold: Wenn euch fremde Leute mit ihren Hunden entgegen kommen - sprecht die Leute an, ob es ok ist, dass die Hunde sich kennen lernen.
  • Deutet die Sprache der Hunde richtig - Eurer und die fremden Hunde - in NRW muss jeder Hundebesitzer bei 20/40 Hunden einen Hundeführerschein machen: daher wendet dieses Wissen auch an.
  • Mein Hund belästigt und gefährdet keine anderen Waldbesucher wie Jogger, Radfahrer und Spaziergänger.
  • Hunde müssen nicht überall markieren, daher sollte dies auch zu gegebenen Zeitpunkt unterbunden werden
  • Ich mache die Hinterlassenschaften meiner Hunde weg
  • Ich lasse meinen jagenden Hund im Wald und Wiesen nicht von der Leine - dies ist den Waldbewohnern gegenüber nur fair. Kein Hundeliebhaber - der in der Regel auch Tierliebhaber ist, möchte es sicher sehen, dass sein Liebling Rehe und Hasen hetzt und diese in Angst und Schrecken versetzt. Ausserdem: Wer kann verantworten, dass sein Hund einen Unfall auf der nahen Landstrasse verursacht, oder eine Ricke gerissen hat, welche Junge hinterlässt - die bei Nichtauffindung verhungern?

Waldbesucher untereinander:

Auch wäre es nett, wenn Nicht-Hundebesitzer hier einen Blick reinwerfen würden. Oft genug gibt es eine Erwartungshaltung Hundebesitzern gegenüber, dass Hunde immer funktionieren müssen, sofort an die Seite zu springen haben, wenn man als Fahrradfahrer oder Jogger von hinten heran gerauscht kommt und sich am besten in Luft auflöst... Daher ein Wort hierzu: Wir Hundebesitzer halten uns gerne an gewisse (ungeschriebenen Regeln) und wir erwarten nichts anderes als Rücksichtsnahme von Euch, eine Klingel am Fahrrad und vielleicht ein nettes Dankeschön, wenn eine Hundebegegnung reibungslos vonstatten gegangen ist.

Das Online-Portal für Hundefreunde und Hundebesitzer in NRW. Hier erhaltet ihr interessante Infos über Hundegesundheit, Hundeurlaub und weitere Informationen rund um den Hund.

Aktuelle News

15. November 2016
15. November 2016
08. November 2016

www.hunde-in-nrw.de ist
ein Projekt von:

dogs-accessoires - die Hundeartikelmanufaktur

Krefelder Straße 13
41844 Wegberg

Telefon: +49 172 23 90 706
www.hunde-in-nrw.de
info@hunde-in-nrw.de
www.dogs-accessoires.de

© 2016-2017 hunde-in-nrw.de